Heimat: Wald und Holzen

Wenn ich auf das Stichwort „Heimat“ angesprochen werde, dann fallen mir viele Dinge ein. Das Thema „Wald und Holzen“ hat es am 11. Juli 2018 dann in den „Hochrheinanzeiger“ geschafft. Folgender Text war die Vorlage dazu:

Das Holzen im – eigenen – Wald ist nicht nur ein Hobby, es ist eine Einbindung in die Zeit und eben damit auch Heimat. Ich nutze die Bäume, die von einer Generation gepflanzt worden sind, die ich mitunter gar nicht gekannt habe. Auf der anderen Seite pflege ich Bäume, von denen selbst die Generation nach mir keinen wirklichen Nutzen haben wird; frühestens die übernächste Generation kann mit dem Stammholz einen Gewinn erbringen. Somit ist die Waldarbeit ein Vertrauen in die Zukunft.

Auch die weitere Verarbeitung des Holzes ist wichtig. Natürlich ist es auch ein Zeichen, dass man die heutzutage einfachste Variante der Heizung aufdrehen nicht so einfach verfolgen will. Und so holt man das Holz, man sägt es, man spaltet es. Letzteres geschieht bei mir noch immer von Hand, trotz Spaltmaschine in der Ecke der Scheune. Und versorgt werden muss das Holz dann halt auch noch. Das geschieht aber nicht im abgegrenzten Grundstück, es geschieht an einem offenen Ort, so wie es halt früher auch immer war. In einem gewissen Sinn gehört wohl auch dazu, wie ich als Kind meinen Vater und meinen Nachbar Fridolin Breig erlebt habe; was die Männer damals gemacht haben, das mache ich heute selber, weil aus dem kleinen Jungen ja auch ein Mann geworden ist.


Konrad Schlude