Die traditionelle Wallfahrt nach Maria Einsiedeln erinnert an die glückliche Heimkehr der Bevölkerung des Jestetter Zipfels aus der «Evakuierung» von 1945. Damals hatte die französische Besatzungsmacht die Gemeinden Altenburg, Jestetten und Lottstetten wegen der unübersichtlichen Grenzlage ohne Angabe von Gründen räumen lassen, was für die Betroffenen ein traumatisches Erlebnis war. Der Dankwallfahrt schlossen sich auch in diesem Jahr zahlreiche Gläubige aus den Gemeinden Jestetten, Lottstetten, Dettighofen und Rheinau an; weitere Teilnehmer kamen aus umliegenden Gemeinden in der Schweiz und Orten aus dem Kreis Waldshut. Organisiert wurde die Wallfahrt von Ilona Altenburger und Priska Straub.
In der barocken Pracht der Klosterkirche wurden die Pilger von Abt Urban Federer begrüßt, der Festgottesdienst wurde vom vormaligen Rheinauer Pfarrer Rolf Maria Reichle und dem Leitenden Pfarrer der neuen Kirchengemeinde «An der Wutach» Hannes Rümmele zelebriert. Die aktive Teilnahme von Hannes Rümmele belegt die Verbundenheit in der neuen Kirchengemeinde, hat doch der Jestetter Zipfel wegen der Distanz keinerlei Bezug zur Wutach und zum Namen «An der Wutach».
In seiner Predigt griff Hannes Rümmele das Motto des Einsiedler Wallfahrtsjahres 2026 auf: «Lasst euch erneuern!» Rümmele setzte dieses Motto in Verbindung zur aktuellen Kirchenentwicklung und zum positiv verlaufenen Besuch von Papst Leo in Frankreich.
Später konnte bei schönem Sonnenschein und trotz parallel verlaufendem Radrennen der Kreuzweg am Meinradsberg begangen werden. Auch hier nahmen zahlreiche Pilger teil. Lektor Lothar Altenburger führte die Gruppe die 14 Stationen der Passion Christi entlang, mit Einschüben zur Geschichte der Evakuierung unterstützte Konrad Schlude diese Andacht.
Auch im nächsten Jahr soll wieder eine Wallfahrt stattfinden.