{"id":75,"date":"2008-03-15T05:56:20","date_gmt":"2008-03-15T04:56:20","guid":{"rendered":"http:\/\/schlu.de\/?p=75"},"modified":"2018-04-05T18:37:03","modified_gmt":"2018-04-05T16:37:03","slug":"fruehjahrsprospektion-2008","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schlu.de\/?p=75","title":{"rendered":"Fr\u00fchjahrsprospektion 2008"},"content":{"rendered":"<p>Seit dem Jahr 2006 untersuchen Arch\u00e4ologen aus Baden-W\u00fcrttemberg und der Schweiz gemeinsam das sp\u00e4tkeltische Doppeloppidum von Altenburg und CH-Rheinau. Dabei werden insbesondere unbestellte Felder systematisch abgegangen, um durch das Pfl\u00fcgen hochgekommene Relikte der keltischen Besiedlung zu sichern.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nDie diesj\u00e4hrige Fr\u00fchjahrskampagne war bei Sturm und Regeng\u00fcssen nicht vom Wetter beg\u00fcnstigt. Dennoch haben die beiden Arch\u00e4ologen Patrick Nagy und Kathrin Sch\u00e4ppi von der Kantonsarch\u00e4ologie Z\u00fcrich einige bislang nicht untersuchte Felder im Altenburger Schwaben abgesucht. Dabei entdeckten sie keltische Keramik und vor allem auch Reste von Weinamphoren. Letztere sind wieder ein Beleg f\u00fcr die Bedeutung von Altenburg f\u00fcr den Import von Wein aus dem Mittelmeerraum, der auf dem Rhein erfolgte; auf Grund des nahen Rheinfalls musste der Wein umgeladen werden. Wichtig ist in diesem Zusammenhang nicht nur das Fundobjekt, sondern auch der Fundort.<br \/>\nH\u00e4ufen sich die Funde an einer Stelle, so ist das ein Indiz daf\u00fcr, dass sich im Boden eine arch\u00e4ologisch interessante Struktur befindet, etwa eine verf\u00fcllte Grube oder Reste eines Hauses. Solche sogenannten Fundkomplexe werden extra eingemessen.<br \/>\nDurch das zum Teil mehrfache Umpfl\u00fcgen sind die Bruchst\u00fccke oft so klein, dass sie nur dem Fachmann auffallen.<\/p>\n<p>Beim Wiederaufsuchen einer schon bekannten Fundstelle wurden erneut keltische Keramikfragmente und Reste von Lehmverputz von W\u00e4nden gefunden &#8211; ein klarer Hinweis darauf, dass an dieser Stelle die Reste eines Hauses verborgen sind.<br \/>\nOb die Stelle im Rahmen einer Grabung weiter untersucht wird, muss sp\u00e4ter von der baden-w\u00fcrttembergischen Denkmalpflege entschieden werden.<br \/>\nDer n\u00e4chste Schritt bei der laufenden Erkundung wird die Auswertung der bisher gemachten zahlreichen Funde sein.<\/p>\n<p>Alle Funde, auch die auf deutscher Seite gemachten, werden von Mitarbeitern der Kantonsarch\u00e4ologie Z\u00fcrich wissenschaftlich aufgenommen und die Ergebnisse werden publiziert. Auch sollen wieder Lehrveranstaltungen der Universit\u00e4t Z\u00fcrich ausgeschrieben werden, die sich mit Altenburg und Rheinau besch\u00e4ftigen.<br \/>\nZum Europ\u00e4ischen Tag des Denkmals im September werden die baden-w\u00fcrttembergische Denkmalpflege und die Kantonsarch\u00e4ologie Z\u00fcrich gemeinsam eine \u00f6ffentliche Veranstaltung anbieten.<br \/>\nUnter anderem soll eine Exkursion gemacht werden, als besonderer H\u00f6hepunkt soll es auch etwas zu &#8222;experimenteller Arch\u00e4ologie&#8220; geben.<br \/>\nAngedacht ist dabei, einen keltischen Bronzeguss durchzuf\u00fchren. Altenburg ist ja unter anderem f\u00fcr seine Bronzefunde bekannt; der Altenburger Stierkopf, Eber und der Achsnagelkopf waren Stars bei der Ausstellung &#8222;Kelten an Hoch- und Oberrhein&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Seit dem Jahr 2006 untersuchen Arch\u00e4ologen aus Baden-W\u00fcrttemberg und der Schweiz gemeinsam das sp\u00e4tkeltische Doppeloppidum von Altenburg und CH-Rheinau. 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