{"id":199,"date":"2009-05-01T21:40:00","date_gmt":"2009-05-01T19:40:00","guid":{"rendered":"http:\/\/schlu.de\/?p=199"},"modified":"2017-06-02T21:45:28","modified_gmt":"2017-06-02T19:45:28","slug":"bericht-zur-ausstellung-kreuzwege-gegenueber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schlu.de\/?p=199","title":{"rendered":"Bericht zur Ausstellung \u201eKreuzwege Gegen\u00fcber\u201c"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend 5 Wochen lief in der Pfarrkirche St. Benedikt in Jestetten die Ausstellung \u201eKreuzwege Gegen\u00fcber\u201c. Gezeigt wurden zwei Kreuzwege des Jestetter Bildhauers Siegfried Fricker (1907-1976), dem Erstlingskreuzweg Frickers f\u00fcr Jestetten aus den Jahren 1933\/34 wurde der von Oberlauchringen (1961\/62) gegen\u00fcber gestellt. Die beiden Werke Frickers sind durch rund 30 Jahre einer stilistischen Weiterentwicklung und insbesondere die Kriegszeit getrennt, auf der anderen Seite gibt es jedoch auch einen bemerkenswerten Zusammenhang. Der Jestetter Kreuzweg wurde f\u00fcr den barocken Vorg\u00e4ngerbau der heutigen Kirche geschaffen. Beim Neubau der Kirche zu Beginn der 1960er Jahre war in Diskussion, einen neuen Kreuzweg von Siegfried Fricker schaffen zu lassen. Dazu ist es dann aber nicht gekommen. In der Ausstellung \u201eKreuzwege Gegen\u00fcber\u201c wurde mit dem Oberlauchringer Kreuzweg erstmalig ein Werk Frickers aus der Bauzeit der Jestetter Pfarrkirche dort ausgestellt.<\/p>\n<p>Stilistisch gesehen stellt der Oberlauchringer Kreuzweg ein Unikat im Werk von Siegfried Fricker dar. Auf den massiven Stationen wird nur der wesentliche Teil der Handlung dargestellt, kurze Texte an den Stationen sind als weitere k\u00fcnstlerische Mittel zu deuten. Siegfried Fricker nutzt dieses Mittel auch. So ist bei der 14. Station \u201eJesus wird ins Grab gelegt\u201c neben der von Fricker bekannten zeitlichen Verschiebung \u2013 Jesus liegt bereits ruhig im Grab \u2013 insbesondere der Text wichtig: \u201eGlaub an das Leben\u201c D.h., die Leidensgeschichte Jesu endet auf \u201eLeben\u201c, aus dem Leiden erw\u00e4chst das christliche Heil.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Ausstellungszeit wurden mehrere F\u00fchrungen mit interessierten Besuchern durchgef\u00fchrt, unter anderem mit G\u00e4sten aus den Landkreisen L\u00f6rrach und Konstanz. Ihre Gedanken zur Ausstellung und zu Siegfried Fricker konnten die Besucher auf\u00a0 bereitgelegte Zettel schreiben und diese an einer Pin-Wand befestigen. Zahlreiche angebrachte Notizen bilden eine \u00fcberzeugende positive R\u00fcckmeldung.<\/p>\n<p>F\u00fcr Pfarrer Richard Dressel stellte die Ausstellung einen \u201ebesonderen spirituellen Akzent\u201c in Fastenzeit dar. Auch ihm fielen immer wieder Personen auf, die ausserhalb der Gottesdienste die Ausstellung besuchten.<\/p>\n<p>In ihrem Vortrag zur Geschichte der Kreuzdarstellung bettete die Theologin und Kunsthistorikerin Mareike Hartmann das Werk Siegfried Frickers in der Kunstgeschichte ein. Wie Mareike Hartmann ausf\u00fchrte hat sich der Stil der Kreuzdarstellungen im Lauf der Zeit immer wieder ge\u00e4ndert. Stand am Anfang der triumphierende Christus, so wurde gerade nach der Pestzeit im Mittelalter das Leid vermehrt dargestellt. Mit der Losl\u00f6sung von Kunst aus dem kirchlichen Raum im 19. Jahrhundert ist es zu vermehrten Spannungen zwischen Kunst und Kirche gekommen. An der Diskussion beteiligte sich auch Radegund Fricker, Tocher von Siegfried Fricker. Wie ihr Vater auch hat Radegund Fricker mehrere Kreuzwege geschaffen; wie sie ausf\u00fchrte, bereitet ihr gerade die Darstellung der 11. Station \u201eJesus wird ans Kreuz genagelt\u201c mit der innewohnenden Gewalt immer wieder Probleme. Sie m\u00fcsse die Arbeit an der Station unterbrechen und zuerst andere, mit positiverem Themen besetzte Arbeiten ausf\u00fchren.<\/p>\n<p>Die Ausstellung \u201eKreuzwege Gegen\u00fcber\u201c war mit dem Anspruch aufgetreten, Menschen mit Interesse an Siegfried Fricker oder religi\u00f6ser Kunst zusammen zu bringen. Laut Meinung der Organisatoren wurde dieses Ziel erreicht.<\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Konrad Schlude<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>W\u00e4hrend 5 Wochen lief in der Pfarrkirche St. Benedikt in Jestetten die Ausstellung \u201eKreuzwege Gegen\u00fcber\u201c. 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